Nach dem Abi wollen viele Schüler erst mal entspannen oder ein Auslandsjahr einlegen und dann ins Studium starten. Doch auch der direkte Einstieg ins Berufsleben ist möglich. Wer sich nicht zwischen den beiden Alternativen entscheiden kann, ist mit einem dualen Studium gut beraten. Hier wird ein Beruf gelernt und gleichzeitig studiert – der erste Schritt zur erfolgreichen Karriere ist zum Beispiel in Handwerksbetrieben möglich. Hier werden besonders viele Fachkräfte gesucht, die das nötige Know-how und einen akademischen Hintergrund mitbringen.
- Studieren lohnt sich für Handwerker
Wer einen Handwerksberuf erlernt, hat große Chancen, in Betrieben langfristig übernommen zu werden. Groß ist der Fachkräftemangel in der Handwerksbranche und Jobs hier oft für Jahrzehnte sicher. Die meisten Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Nachwuchs, da sich zu wenige Abiturienten lieber für ein Vollzeitstudium nach der Schule entscheiden. Wer dagegen ein duales Studium wählt, kann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Geld verdienen und gleichzeitig studieren, funktioniert hier zusammen.
Auch Handwerker, die schon seit vielen Jahren im Beruf tätig sind, können sich durch ein Studium weiterbilden. Viele wünschen sich nach Jahren der Arbeit noch eine neue Herausforderung oder möchten vielleicht den eigenen Betrieb starten. Das dafür nötige Know-how lässt sich im Studium erwerben – der Start ist auch mit 30, 40 oder 50 Jahren und älter noch möglich. Gesellen und Meister können dabei auf verschiedenen Wegen zu einem Studienabschluss im gewünschten Fachgebiet kommen.
- Duales Studium im Handwerk
Die Entscheidung für ein duales Studium kann sich lohnen. Nach dem Abschluss hat man einen Bachelor in der Tasche und auch noch eine Gesellenprüfung absolviert. Das Ganze dauert im Schnitt zwischen vier bis viereinhalb Jahre. Viele Ausbildungsbetriebe übernehmen einen Teil der Studiengebühren. Hinzu kommt noch das Gesellengehalt, sodass Studierende im dualen Studium deutlich mehr Geld in der Tasche haben als andere, die einem klassischen Studium nachgehen.
Im dualen Studium werden Theorie und Praxis kombiniert, sodass das Gelernte direkt umsetzbar ist. Duale Studiengänge gibt es unter anderem auch für viele Handwerksberufe.
Hier alle Vorteile des dualen Studiums im Überblick:
- sehr praxisnahes Studium
- direkt im Betrieb die Karriere starten
- spart Zeit, da Ausbildung und Studium gleichzeitig stattfinden
- festes Gehalt schon im Studium
- Gesellenbrief, Meister, Bachelor- oder Master möglich gefragte Fachkräfte
Beliebte Duale Studiengänge
Zwei der beliebtesten dualen Studiengänge, die für Azubis interessant sein könnten, sind folgende.
Dualer Studiengang Maschinenbau
Maschinenbau ist ein sehr beliebter Studiengang und fachlich sehr anspruchsvoll. Das wissenschaftlich ausgerichtete Hochschulstudium beinhaltet insgesamt neun Semester. Anschließend erhält der Studierende den Abschluss „Bachelor of Engineering“ nach dem erfolgreichen Capstone Project nach dem erfolgreichen Capstone Project und kann direkt im Anschluss nach der erfolgreich geschriebenen Masterarbeit noch den Masterstudiengang absolvieren.
Dualer Studiengang Bauingenieurwesen
Auch der Studiengang Bauingenieurwesen endet mit dem Abschluss Bachelor of Engineering sowie einer Gesellenprüfung und beinhaltet eine mehrjährige Berufsausbildung in einem Bauberuf.
Wo gibt es Hochschulen für Handwerker?
In Hochschulen für Handwerker wird das Basis-Know-how aus der Handwerksbranche um neuste Kenntnisse erweitert. Denn gerade in diesem Fachgebiet sind die technischen Entwicklungen enorm. Studiengänge wie etwa Wirtschaftsingenieurwesen, Gebäudesystemtechnologie, regenerative Energien sind dabei besonders beliebt, da sich hier in den nächsten Jahren die Anforderungen deutlich verändern und Handwerkbetriebe sich daran anpassen müssen, um am Markt langfristig zu bestehen zu können.
Handwerksspezifische Studiengänge werden dabei oft in Kooperation mit einer Handwerkskammer oder einem handwerklichen Fachverband angeboten. Ausgebildete Handwerksmeister entscheiden sich dabei nicht nur für duale Studiengänge, sondern auch für Vollzeitstudiengänge und berufsbegleitende Studiengänge.
Besonders gefragt sind folgende Studiengänge:
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Gebäude- und Energietechnik
- technische Orthopädie
- Baubereich
- Maschinenbau
- Unternehmensführung
- und viele mehr
Handwerksmeister haben freien Zugang zu den Hochschulen und können ein Vollzeitstudium belegen oder berufsbegleitend studieren. Auszubildende erreichen die Uni dagegen über duale Studiengänge.
Selbständig dank Studium?
Für Handwerker, die nach ihrer Ausbildung gerne einen eigenen Betrieb führen möchten, eignet sich der Studiengang Unternehmensführung. Hier lernen sie alles von Grund auf, was für den Aufbau eines eigenen Betriebes wichtig ist. Das handwerkliche Know-how ist bereits vorhanden und das Wissen zur Unternehmensführung macht einen erfolgreichen Start des Handwerkbetriebs erfolgreich möglich.
Fazit
Statt erst eine Ausbildung und dann ein Studium zu absolvieren, kann man sich auch Zeit sparen und direkt mit einem dualen Studium starten, um die Karriere anzukurbeln. Natürlich kann man auch als Geselle oder Meister noch ein Studium beginnen, um sich fachlich weiterzubilden, auf technisch neustem Stand zu sein und mit dem Wissen vielleicht sogar einen eigenen Betrieb aufzubauen. Die Auswahl der Studiengänge ist groß, sodass für jeden etwas passendes dabei ist.