Tapeten können einem Raum ein völlig neues Gesicht geben. Doch beim Tapezieren trennt sich schnell die Spreu vom Weizen: Während die großen Flächen meist unproblematisch sind, stellen Ecken, Kanten und Fensterlaibungen eine echte Herausforderung dar. Falten, Blasen und unschöne Überlappungen sind die häufigsten Fehler.
Dieser DIY-Ratgeber zeigt Dir, wie Du mit der modernen und anfängerfreundlichen Vliestapete arbeitest und liefert Dir Profi-Tricks, damit das Tapezieren leicht gemacht wird und Deine Ecken und Kanten perfekt aussehen.
1. Die Vorbereitung: Sauber und Grundiert
Der wichtigste Schritt für sauberes Tapezieren ist die Vorbereitung. Der Untergrund muss trocken, sauber, tragfähig und saugfähig sein.
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Grundierung: Unebene oder stark saugende Wände (z. B. Gipskarton) solltest Du mit einem geeigneten Tapetengrund oder Tiefengrund vorbehandeln. Das verhindert, dass der Kleister zu schnell einzieht.
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Strom abschalten: Vor dem Entfernen der Steckdosen- und Lichtschalterabdeckungen immer den Strom abschalten!
2. Innenecken: Niemals über Eck tapezieren!
Das Tapezieren einer Tapetenbahn über eine Innenecke hinweg ist der häufigste Anfängerfehler. Die Spannung der Tapete führt fast immer zu Falten oder Rissen.
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Vorgehen: Miss den Abstand von der zuletzt verlegten Bahn bis zur Ecke und addiere 1 bis 2 cm Überstand. Schneide die Tapete in diesem Maß zu und verklebe sie.
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Die neue Bahn: Starte die nächste Bahn in der angrenzenden Wand nicht direkt an der Ecke. Setze die neue Bahn ca. 0,5 cm von der Ecke entfernt an. Der leichte Überlappungsstreifen (1–2 cm) der ersten Bahn wird dadurch abgedeckt, und die Spannung der Tapete wird gebrochen.
3. Außenecken (Kanten): Doppelschnitt oder Überlappung
Außenecken sind durch Abnutzung besonders beansprucht.
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Vorgehen: Lasse die Tapete ca. 3–5 cm um die Ecke herum überstehen. Schneide die nächste Bahn ebenfalls auf Überlappung zu. Ziehe die Lotrechte, um die neue Bahn absolut senkrecht anzusetzen. Im Überlappungsbereich führst Du dann einen sauberen Doppelschnitt durch, ziehst die abgeschnittenen Ränder ab und hast eine perfekte Stoßfuge.
4. Fensterlaibungen und Nischen
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Vorgehen: Schneide die Tapete im Bereich des Fensters grob mit einer Schere ein. Lasse die Tapete ca. 1–2 cm in die Laibung hineinragen. Schneide den Überstand exakt mit einem Cuttermesser entlang der Kante ab. Die Laibung selbst wird mit separaten, kurzen Tapetenstücken beklebt.
5. Heizkörper und Steckdosen
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Heizkörper: Es ist ineffizient und unnötig, die Tapete hinter dem Heizkörper anzubringen. Tapeziere nur so weit, wie Du leicht hinter den Heizkörper greifen kannst. Den Rest streichst Du in der passenden Wandfarbe.
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Steckdosen: Die Tapete wird über die Öffnung geklebt. Schneide mit dem Cuttermesser ein Kreuz in die Mitte der Öffnung und klappe die Ränder nach innen. Dann kann die Abdeckung wieder aufgeschraubt werden.
Fazit: Tapezieren leicht gemacht – Präzision in der Ecke
Tapezieren leicht gemacht ist kein Mythos, wenn Du weißt, wie Du mit Ecken und Kanten umgehst. Denke daran: Die Tapete muss an der Innenecke geschnitten werden, um Falten zu vermeiden. Arbeite sauber, nutze die Grundierung und Dein Ergebnis wird professionell aussehen!