Pflastersteine verlegen für den Hobby-Handwerker

Zum Beispiel die neue Einfahrt mit Pflastersteine verlegen

Kleine Unachtsamkeiten oder eine vergessene Arbeit, können nach dem verlegen von Pflastersteine Probleme verursachen. Wie gehen wir vor, auf was muss man achten und kann der Laie überhaupt Pflastersteine verlegen?

Zunächst kann man sich die Frage stellen ob man sich diese Arbeiten überhaupt zutraut. Denn in den meisten Fällen ist es absolutes Neuland für denjenigen der seine Auffahrt, Gehweg, oder sonst etwas mit Pflastersteine verlegen will.

„Meine Philosophie ist es, jedem das so zu erklären, dass man es als Laie auch verstehen kann, deshalb werde ich soweit es geht auf Fachbegriffe verzichten“.

Mut zur Arbeit und los geht’s die holprige Einfahrt mit Pflastersteine zu verlegen

Auch hier gilt der Spruch, „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Also Mut zu neuem. Und wisst ihr warum es gar nicht so schlecht werden kann? Wenn ich mich so um schaue bei Nachbarn, Bekannten, oder auch auf anderen Einfahrten, Wegen etc., dann komm ich ins grübeln.

Da geben die Leute teilweise mehrere Tausend Euro für „Fachfirmen aus und das Ergebnis – naja, hätte ich genauso hinbekommen.

Das soll keines Wegs heißen, das Fachfirmen schlecht arbeiten, aber wer weiß schon am Anfang der Arbeiten, wie das Endergebnis aussehen wird. Oder noch schlimmer sind Pfuscharbeiten beim Untergrund. Wer darauf Pflastersteine verlegen lässt, hat dann meistens nach dem ersten Winter eine böse Überraschung.

Ich will nur damit sagen, dass einige sogenannte Fachfirmen nicht so arbeiten, wie sie es eigentlich sollten. Also spare ich mir gleich das Geld und mache es selber.

Welche Vorarbeiten sollten gemacht werden und welches Werkzeug benötigt man um Pflastersteine verlegen zu können.

Die Grundausstattung kann man sich auch ausleihen.

  • Eine Große Steinschneide Maschine (Flex, Trennjäger, Winkelschleifer 230mm, wie auch immer ihr diese Maschine nennt).
  • Wenn ihr Pflastersteine verlegen wollt, braucht ihr diese natürlich auch. Rechnet immer 5% verschnitt dazu, denn sonst könnte es am Ende nicht reichen.
  • Einen Unterbau (Tragschicht) – heißt Recycling für die gesamte Fläche zur Stabilisierung.
  • Pflasterkies/Brechsand (Bettungsschicht) als Untergrund direkt unter den Pflastersteinen.
  • Einen Gummihammer, um später eventuelle Steine in Position zu bringen.
  • Einen Gehörschutz, Schutzbrille und Arbeitsschuhe mit Stahlkappe, Handschuhe nicht vergessen.
  • Eine Richtschnur und Stangen um diese zu befestigen. Als hilfreich hat sich hier Baustahl aus dem Baumarkt erwiesen. Dieser kostet nicht viel und ist sehr stabil. (8mm Durchmesser)
  • KG-Rohre für einen Abfluss, eine ACO-Rinne, oder einen Regenwasserschacht (Das ist der Wassereinlauf Quer zur Einfahrt. (Braucht ihr nur für eine Einfahrt, nicht für Gehwege)
  • Eine Wasserwaage (hier kann man eine Waage benutzen, die man in die Schnur einhängen kann), oder einen Laser der aber wohl eher nicht im Privaten Haushalt zu finden sein wird, sonst leihen,

Jetzt eine paar Zahlen zur Orientierung

Wenn man seine Pflastersteine verlegen will, kommt es auf den Untergrund an. Und hier gibt es bei der Tragschicht, also die erste Schicht die man aufbringt zu unterschieden in der Höhe.

Für Fußwege sollte eine Tragschicht von etwa 30cm aufgetragen werden. Wer seine Pflastersteine für eine Einfahrt verlegen möchte (PKW) sollte mit eine Tragschicht von etwa 40cm kalkulieren. Wer auch mal mit einem LKW über seine Einfahrt oder Gehweg will, sollte schon eine 50cm Tragschicht aufbringen.

Das Verdichten auf der Fläche ist eine sehr wichtige Aufgabe

Pflastersteine verlegen auf NICHT verdichteten Untergrund, ist nahezu schon fahrlässig. Denn was kann passieren? Beim verlegen seiner Pflastersteine kommt es zu unkontrollierbaren absacken der Fläche.

Sogenannte „Rüttelplatten“ bekommt man in einem gut geführten Baummarkt geliehen. Hier sollte man schon mit einem Gewicht von 70kg rechnen. Die kosten schwanken je nach Anbieter.

Eine Tragschicht sollte, wenn nötig, schichtweise ab gerüttelt werden. Das heißt, „alle 20cm in der Höhe sollten ab gerüttelt werden“. Also ist eine Tragschicht 40cm hoch, muss man 2 Mal ab rütteln. Ist die Schicht 50cm hoch, dann sogar 3 Mal rütteln.

Hinweis: Wer auf frostempfindlichen Untergrund Pflastern möchte, sollte eine sognannte Frostschutzschicht von ca. 40cm mit einbringen (Grobe Körnung „Recycling“), sonst kann man auf diese Schicht verzichten.

Die nächste Schicht ist die Bettung. Hier kann man Pflasterkies, oder Brechsand/Edelkies benutzen. Brechsand ist hier ganz klar die bessere Alternative, weil sich hier kaum Ameisen festsetzen können, aber es geht auch normal Pflasterkies.

Die Bettung sollte 3-5cm hoch sein und 5-8mm über der End-Höhe liegen. Diese Schicht wird über Richtlatten abgezogen, um eine glatte gleichmäßige Fläche zu erhalten.

Um ein absacken der Kanten zu verhindern, kann man ein Bord setzten, oder die Schichten mindestens 50cm breiter auslegen als die zu Pflasternde Fläche ist.

Jetzt kann man die Pflastersteine verlegen und anschließend mit der Rüttelplatte die Bettung verdichten. Man sollte zu der Rüttelplatte immer eine passende Gummimatte mit bestellen. Niemals ohne Schutz die Pflastersteine ab rütteln, da sonst Beschädigungen am Pflaster nicht auszuschließen sind.

Die Bettung sollte vor und nach dem glätten nicht betreten werden. Das verfugen soll laut Fachkreisen fortlaufend mit dem verlegen der Pflastersteine erfolgen. Das Fugenmaterial kann gewaschener Sand, oder Brechsand sein.

Idealerweise ist die Bettung nach dem verdichten noch ca. 3cm stark. Eine 5cm dicke Bettung verdichtet sich ca. um 1 bis 2cm.

Das Bord sollte vorher gesetzt werden

Wer ein Bord setzten, will, oder muss, sollte dies vor dem Pflastersteine verlegen tun. Das Fundament sollte Frostfrei gesetzt werden. Die Borden/Randeinfassung werden dann in erdfeuchten Beton gesetzt und von der Höhe so bemessen, dass diese nach Abschluss der Pflasterarbeiten ca. 1cm höher sind als die Pflasterfläche.

Fazit: Pflastersteine verlegen hat schon einen gewissen Anspruch. Wer sich aber daran traut, kann hier eine Menge Geld sparen. So nimmt man auch kleine Fehler und Unebenheiten eher in Kauf, als wenn dies vom Profi gemacht wurde, der vielleicht nach einem Jahr nicht mehr ausfindig gemacht werden kann, um etwaige Ansprüche geltend zu machen.

Die Arbeiten für einen Abfluss, Kanalisation, und/oder Ablaufrinne sollte man vor dem Pflastersteine verlegen erledigen.